"Das Wetter-Experiment" von Peter Moore

Das Wetter-Experiment von Peter Moore

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Rezension von Marion Schnee
(erschienen in DMG-Mitteilungen 03/2016 - Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Redaktion)

Im Focus steht Admiral FitzRoy und das Wetter in England. Der Autor ist Engländer und studierte Soziologie und Geschichtswissenschaften. Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel „The Weather-Experiment“.

Das Wetter wurde bis ins 19. Jahrhundert als Wirken Gottes angesehen, weil man es sich nicht erklären konnte und es nicht verstand. Ab etwa 1800 hinterfragten und beobachteten aufgeklärte Gelehrte und entwickelten gemeinsame Standards.

Es werden die Anfänge der Meteorologie von den ersten Beobachtungen, technischen Entwicklungen wie z. B. der Telegraph und das Sammeln von Daten beschrieben, bis 1861 die ersten amtlichen Wettervorhersagen für das ganze Land herausgegeben wurden.

Moore erzählt von Pionieren und Abenteurern, den ersten Wettertagebüchern, der Windskala und den Wettertypen, den Zusammenhängen  zwischen verschiedenen Wolkenformationen. Technisch gibt es viele Neuerungen u. a. Baro- und Hygrometer, einheitliche Skalen und Parameter für die Wettervorhersage und Experimente werden allgemeingültig formuliert, die erste Sturmwarnung ist möglich. Moore schildert bahnbrechende Entdeckungsfahrten zur See ebenso wie spektakuläre Reisen in eine seinerzeit neue Dimension – mit Gasballons in den Himmel, um die Atmosphäre in nie zuvor erreichten Höhen und mit neuen Messgeräten zu untersuchen.

Diese Entwicklungen werden ganzheitlich, eingebettet in den historischen Zusammenhang, beschrieben. Moore vermittelt durch die Erläuterung des Zeitgeschehens ein Gesamtbild, welches sehr detailverliebt erzählt wird. Zahlreiche Namen und Textquellen wie Briefe werden aufgeführt, es gibt einen ergänzenden Anhang mit kurzen Biographien der wesentlichen Akteure, Quellenverzeichnis und ein Personen-, Orts- und  Instrumentenregister. Über sieben Jahrzehnte wird die Geschichte über die Grundlagen für die meteorologische Wissenschaft erzählt.

Es gelingt Moore, von den Pionieren der Meteorologie und deren Entwicklung so unterhaltsam, abwechslungsreich und spannend zu schreiben, dass man an Romane von Jules Verne erinnert wird. Eine lesenswerte Wissenschafts- und Kulturgeschichte der Wetterkunde.

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